URAUFFÜHRUNG

BLUR - 6 Miniaturen über Unschärfe

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Das Bewusstsein unserer Unwissenheit gibt der Wissenschaft ihre besondere Vertrauenswürdigkeit

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Stück

Wir befinden uns in einer mehrdeutigen schwer einschätzbaren Situation, die Beobachtung der Anderen eröffnet keinen sinnvollen Handlungsansatz. Es gibt keinen Hinweis auf richtiges Verhalten, eine Fehlinterpretation ist durchaus wahrscheinlich. Immer schon haben die Menschen nach Wahrheit gesucht, mit ihr gerungen, an ihr festgehalten, sie verteidigt und sind am Ende an ihr verzweifelt. Sicher war man sich ihrer in den mythischen Zeiten, doch heute ist diese Sicherheit wie eine verwaschene Fotografie, die als Abbild der Realität nur noch dazu taugt, die Bilder im eigenen Kopf anzuregen.

Gehen wir den Ursprüngen auf den Grund und verfolgen die Kausalitäten ins Heute. Der Weg führt zurück zu den mythischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts. Wir suchen die Spuren der Geschichte, gleich einem Physiker, der die Quanten in der Nebelkammer aufscheinen lassen will, und stoßen auf Ereignisse, einzelne Singularitäten – wir verbinden diese Punkte im Glauben an lineare Abläufe und kausale Beziehungen. Setzen sie wie zu einer Fotografie zusammen. So schreiben wir Geschichte. Und wie sehr hoffen wir, nicht zu scheitern.

Wir betrachten die verblasste Fotografie, die ein Bild aus der Vergangenheit sein soll, aber doch nur eine Spur in die Zukunft ist. Und je länger wir sie betrachten, desto weniger scheinen wir zu erkennen – Bildpunkt oder Pixel – Kein Unterschied ist auszumachen. Unsere technischen und in der Folge auch wirtschaftlichen Errungenschaften hängen von den Setzungen des frühen 20. Jahrhunderts ab. Als z.B. Werner Heisenberg mit einer jugendlichen Frische, die geradezu einer Frechheit glich, das Postulat der Unschärferelation aufstellte, die behauptet, dass im atomaren Bereich die Objekte erst entstehen, wenn wir versuchen sie zu betrachten – Aber bestehen wir nicht alle aus Elementarteilchen?

Diese Setzungen aber reichen über die heutige Gegenwart weit hinaus in eine nahe Zukunft als das Schreckgespenst einer automatisierten, von Menschen erlösten Industrie 4.0, der, befreit von allem klassischen Denken -in der Physik wie im Leben-, mit Hilfe von Unwahrscheinlichkeiten eine höhere Präzision als der klassischen Wissenschaft gelingt - und das auch noch in kürzerer Zeit.

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Textauszug

Quantenmechanik und Allgemeine Relativitätstheorie haben zusammengenommen die Konsequenz, dass die Teilbarkeit des Raumes begrenzt ist. Unterhalb eines bestimmten Maßstabs ist der Raum nicht mehr zugänglich, ja es gibt nicht einmal mehr etwas Existentes.

Wie groß ist diese Größenordnung? Die Rechnung ist nicht schwer: Wir müssen berechnen, unterhalb welcher minimalen Größe ein Teilchen in sein eigenes Schwarzes Loch stürzt.

Das Ergebnis ist einfach. Die kleinste Länge, die existiert, beträgt ungefähr 1,616 x 10 -35 Meter

mit:
Marc Fischer

Elektronik:
Sergej Maingardt

Stimmen:
Karin Kettling
Oliver Schnelker

Künstlerische Leitung:
Andrea Bleikamp
Rosi Ulrich

Komposition/Musik:
Sergej Maingardt

Videokunst:
Jens Standke

Kostüm:
Claus Stump
Kostümanfertigung:
Andrea Uebel

Produktionsleitung:
Hannah Greve

Technik:
Jens Kuklik

PR & Öffentlichkeitsarbeit:
neurohr & andrä

Termine:
09./10./11./12.11.2017, 20 h
orangerie theater im volksgarten
Res: 0221 952 27 08
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